Schilder gegen Vandalismus

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Diesjahr präsentieren sich weitere Konsequenzen des massiven Tourismus und verschiedene Gemeinden auf der Insel stellen Schilder gegen Vandalismus auf: keine Abfälle auf der Strasse, kein Alkoholkonsum, kein Geschreie, keine Waffen. In den Küstengebieten, wo Touristen nackt auf der Strasse laufen, sich prügeln, bis zur Ohnmacht saufen und Sex auf offener Strasse praktizieren, in Magalluf, Arenal und diesjahr auch in Cala Agulla – ein Schild und Problem gelöst! Ist es notwendig, das Offensichtliche sichtbar zu machen? Nutzt Schilderung hier überhaupt was? Sollte man nicht schon vorab wissen, dass und wie man sich auf der Strasse anziehen soll? Das man unter anderen Menschen ist? Würde man sich in der Heimat so aufführen? Natürlich nicht. Und oft sind es auch die eigenen Landsleute, die protestieren oder sogar gegen Vandalismus agieren, wie neulich ein deutscher Moderator.

 

Es ist nicht ein Erziehungsproblem, wie man uns weissmachen möchte – “die Deutschen”, “die Engländer” – den die Selben wissen sich in der Heimat zu benehmen – naja, meistens zur mindest. Nur wissen sie auch, dass auf der Insel fast alles erlaubt wird, hier kann man richtig die Sau rauslassen, einmal im Jahr. War doch schon immer so. Deshalb kommen sie ja, da ist nichts dagegen einzuwenden. Die Frage ist nur, wenn wir es wirklich nicht mehr wollen, sind es doch wir auf Mallorca, die den Ton ändern müssten, sowohl intern als auch extern. Ab jetzt wollen wire es nicht, auch wenn das einen Preis hat, wie immer.

 

Wenn ich es sehe, sehen die Politiker es schon lange und wenn sie nichts unternehmen, kann es nur daran liegen, dass die Steuereinnahmen in der Kasse sonst fehlen würden und dass die direkt betroffene Wählergemeinde zu klein ist im Vergleich zum Rest. Dann stellt man lieber Schilde auf und hofft, dass damit die Wähler eine Weile zufriedener sind und man weiter über Sostenibilität und die Notwendigkeit der Qualität statt Quantität im Tourismus reden darf und Zeit gewinnt. Das ist meiner Meinung nach nicht nur blauäugig, sondern sogar etwas lächerlich.

 

Nicht nur Mallorquinern und Residenten ist dieses Verhalten ein Dorn im Auge, es ist auch ein Imageverlust für Mallorca in Richtung Qualitätstourismus. Oder Moment mal, wie was es noch mal, wollten wir so was überhaupt? Was passiert mit den Arbeitsplätzen und Einnahmen in der Gemeindekasse, die Magalluf, Arenal und Konsorten generiern?
Es ist nicht möglich, Wachtumsraten von 5-8% pro Jahr erreichen zu wollen und gleichzeitig von sosteniblem Tourismus zu sprechen. Gleichzeiting Flughafenkapazität zu erweitern und von Quantität des Tourismus zu wechseln.
Schilde gegen Vandalismus aufzustellen bedeutet, sich der politischen Verantwortung entziehen zu wollen, keine unpopulären Entscheidungen treffen zu wollen. Das es nicht so einfach ist? Wenn man es so sieht, sollte man Platz machen für jemanden, der es lösen kann.