Ein Veganer im Supermarkt

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Ich folge seit einigen Jahren meinem eigenen “permanenten Detox”, was nicht nur Essen beinhaltet, sondern auch das was ich sehe und höre, womit ich mich umgebe.. Um mich nicht immer erklären zu müssen, sage ich beim Essen, dass ich auf dem Weg zum vegan bin – passt nicht ganz, aber die meisten wissen so ungefähr, was meint ist und ich muss mich nicht weiter erklären. Wenn ich nicht einen Kompagnon auf dem Wege hätte, dem es Spass macht, einkaufen zu gehen, würde ich mir alles tägliche und notwendige vom Supermarkt nach Hause bringen lassen, damit will ich sagen, ich war schon lange nicht einkaufen.

 

Heute allerdings packe mich die Lust, zum Supermarkt rauszufahren – hatte es sogar schon Tag vorher angekündigt, hmmm – und hier war ich also, konfrontiert mit dem Samstagsdrama. Schon am Kreisel zum Supermarkt standen die Autos Schlange… Beim Reinfahren auf den Parkplatz ist der Frau vor mir die Schranke auf die Haube gefallen, ich konnte noch schnell rückwerts rausfahren, vor sich eine laaange Schlange bildete… Blaue Zone, aber trozdem kein Platz im Sicht, zum Schluss muss ich sehr lange laufen und streiche innerlich alle schweren Flaschen der Reinigungsmittel von der Einkaufsliste.

 

ENDLICH DRIN, KANN ICH AN ALLEN REGALEN VORBEIGEHEN UND FÜR MICH BESTÄTIGEN, WAS ICH ALLES NICHT BRAUCHE - DAS GEHT SCHNELL..

 

Endlich drin, kann ich an allen Regalen vorbeigehen und für mich bestätigen, was ich alles nicht brauche, das geht relativ schnell, leider haben sie dann gar nichts von dem, was ich für mich haben wollte: “exotische” Sachen wie Sesamkörner nicht als Kräuter verpackt oder geschälte Mandeln in grösseren als 100gr Packungen – habe ich erwähnt, dass ich auf Mallorca lebe, dem Land der Mandeln?

 

Anyhow, das Show ging weiter an der Kasse, beim Rausgehen, Leute Leute Leute, Drama, laut, überfüllte Wagen mit allen den Sachen, die man sich nicht antun sollte, aber wer bin ich, um anderen zu sagen, was für sie gut ist.., gedultiges Warten, Schlangen, Rennen, billiger, 2 x 1, Parkplatz Schlangen – ein Horror, den man sich jede Woche antut…

 

Als ich meinen Einkauf zum Auto schleppte, musste ich mich echt schon fragen, warum plötzlich heute der Drang zum Einkafen und mir so was anzutun?

 

Ich glaube, es war wieder mal eine Konfrontation mit der Realität, die notwendig ist, um weiterzukommen, sich abzugrenzen von dem Weg, den man nicht gehen möchte und bestätigen, dass für mich eine andere Richtung stimmt, ein Meilenstein – abgehackt und weiter machen. Und daher hat es gepasst – nie wieder freiwillig.