Neue Saison – alte Probleme

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Die neue Saison beginnt und die alten Probleme tauchen auf: unsittliches Verhalten der deutschen Touristen an der Playa de Palma und der Britten in Magalluf, Alkoholkonsum 24/7 auf offener Strasse, Lärm bis zum geht nicht mehr unter vielen anderen.

 

Was soll man als Resident dazu sagen? Die vorige Saison, genauso wie die davor, endete mit viel Kritik, guten Vorsätzen und vielen Versprechungen, wie man die Situation verbessen will – Interessenorganisationen, Inselrat, die Autonomregierung. Nichts has sich seitdem geändert. Die Promotion der Inseln in den Quellmärkten ist genauso abgelaufen, wie jedes Jahr: Stand auf den Tourismusmessen, super Videos mit blauen Stränden, wenig mehr. Keine Erziehungskampagnen im Ausland wie schon so oft der Bevölkerung hier politisch korrekt vorgeschlagen, keine Massnahmen, um die überfüllte Via Cintura, Marítimo und die Innestadt zu entlasten, einfach weiter so, wie gehabt, mal schauen, was passiert. Unglaublich, dass die Medien und letztenendes wir alle noch einmal über das gleiche in diesem Sommer reden werden!

 

...WENN MAN MIT DER SITUATION NICHTS MACHT, IST ES WEIL MAN NICHT WILL ODER KANN...

 

Wenn man mit der ganzen Situation nichts macht, ist es, weil man es nicht möchte oder kann. Und natürlich ist es nicht einfach! Bei dem ersten Versuch, den Billigtourismus zu begrenzen, werden die betroffenen Branchen gleich auf die Barrikaden gehen und gleich danach die Wähler, derens Arbeitsplätze gefährdet werden könnten. Die Playa de Palma ist dafür ein gutes Beispiel, wie schwierig es ist, die Balance zwischen notwendigen Verbesserungen und den gewohnten Einnahmen sowohl bei den Unternehmen als auch in der öffentlichen Kassen zu halten.

 

So geht ein Jahr und noch eins, bis die Situation sich mehr und mehr zuspitzt, mit Schreiben in der Innenstadt, mit offenen Protesten gegen Touristen, sogar mit Angriffen im Restaurant wie im letzten Jahr. Eine unkontrollierte Situation, die nicht notwendig sein sollte.

 

Warum präsentiert keine Partei ein Programm, wo es klar heisst “der Preis für weniger Tourismus sind weniger Arbeitsplätze und dadurch weniger Wohlstand”? Wenn diese Partei dann regieren kann, haben die Inselbewohner selbst entschieden, Massnahmen einzuführen, die Mallorca den Resourcen angleichen, über die sie verfügt, da es umgekeht scheinbar nicht möglich ist. Was man allerdings nicht machen kann ist, beides zu versprechen – sowohl die Einnahmen und Arbeitsplätze zu halten oder sogar erhöhen und gleichzeitig den Tourismus zu begrenzen: das geht bei der jetzigen Wirtschaftsstruktur nicht und wer das glaubt, ist falsch informiert. Die Medien können nicht oft genug darüber schreiben und debattieren.